
Technische Aktien- und Rentenmarktaussichten für die Woche vom
14. bis 18. Mai 2012
DAX
Der deutsche Aktienmarkt schwankte die letzten Tage zwischen Hoffen und Bangen. Je nach Nachrichtenlage zu Griechenland ging es auf und ab beim DAX. Die überraschend gute Verbraucherstimmung in den USA am letzten Freitag sorgte kurzfristig für einen erneuten Versuch die 6600 Punkte Marke zu erklimmen, jedoch ging es nach den Meldungen von JP Morgan sowohl mit der Stimmung als auch den Kursen wieder bergab. Bereits nachbörslich ging es beim DAX wieder abwärts. In der heutigen Eröffnung wurden zugleich die Unterstützungen bei 6532 bzw. 6504 Punkten unterschritten. Sollte dieser Trend anhalten, so würden sich die Abwärtsrisiken nochmals auf summieren. Kurzfristig wären dann Abgaben bis 6454 oder sogar 6376 Punkten möglich. Ein Fall unter die letztgenannte Marke würde das Chartbild deutlich eintrüben. Die Zone 6220 bis 6270 Punkten würde dann wohl ins Visier der Anleger rücken. Sollte die genannte Schlüsselunterstützung halten, könnte es auch zu einer Fortsetzung der jüngst gesehenen Erholungsversuche kommen. Ziel einer solchen Bewegung wäre der Bereich 6870 zu 6900 Punkten. Allerdings ist der Weg dahin mehr als beschwerlich, da eine Reihe von Widerständen überwunden werden müssten.
EuroStoxx 50
Die im EuroStoxx 50 befindlichen europäischen Standardwerte legten in den vergangenen Tagen erneut eine Berg- und Talfahrt hin. Je nach Meldungsstand aus Griechenland, aber auch von der Konjunkturseite ging es auf oder ab mit den Kursen. Auf Wochensicht konnte der Index um 6 Punkte zulegen. In der heutigen Eröffnung nimmt der Abwärtsdruck erneut zu. Die Schlüsselmarke bei 2200 Punkten rückt wieder näher. Knapp unterhalb dieser Marke finden sich bei 2194 bzw. 2180 Punkten kleinere Unterstützungen. Ein Bruch dieses Bereichs würde das Chartbild deutlich eintrüben. Weitere Abgaben bis zum November-Tief bei 2065 Punkten wären wohl die Folge. Gelingt die Stabilisierung könnte der Index kurzfristig bis zu dem seit März bestehenden Abwärtstrend (aktuell bei 2279 Punkten) ansteigen. Ein Ausbruch würde Platz bis zur 200-Tages-Linie bei 2327 Punkten bieten. Aufgrund der unsicheren Perspektiven bleiben wir jedoch vorsichtig.
Dow Jones Industrial
Der Dow Jones korrigierte in der vergangenen Woche um 1,7 % und schloss bei 12820 Punkten. Seit dem Mehrjahreshoch vom 1. Mai bei 13338 Punkten ging es beim Dow Jones Index nur noch abwärts. Bislang bewegen sich die Kurse innerhalb eines Seitwärts-Bandes zwischen rund 12700 Punkten auf der Unterseite und 13338 Punkten auf der Oberseite. Fällt der Index unter den Support bei 12700 Punkten würde eine Trendwendeformation vollendet werden, mit der Folge von weiter fallenden Kursen. Die Alternative dazu ist, dass sich der Dow Jones weiter innerhalb der genannten Bandbreite seitwärts bewegt. Von Seiten der technischen Indikatoren lässt sich kein einheitlicher Trend ausmachen. Fakt ist, dass die überbordende Liquidität weiter für die Aktienmärkte und damit zugleich für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung am US-Aktienmarkt spricht. Auf der anderen Seite sprechen die Saisonalität und das erneute Aufleben der europäischen Schuldenkrise dagegen. Für den technisch orientierten Anleger bedeutet dies, die Marke von 12700 Punkten im Auge zu behalten. Ein Rutsch darunter würde weitere Kursverluste nach sich ziehen. Sollte es in der heutigen Eröffnung zu einer Gegenbewegung kommen, wonach es nach den Future-Indikationen allerdings derzeit nicht aussieht, wäre auch ein Vorstoß Richtung des bisherigen Jahreshochs denkbar. Angesichts der Vorgaben von den anderen Märkten würden wir vorsichtig bleiben.
Bund-Future
Aktuell notiert der Bund-Future bei 143,23 Punkten. 10-jährige deutsche Staatsanleihen notieren unter 1,50 %. Solange der Druck auf die internationalen Aktienmärkte anhält ist die Wahrscheinlichkeit für ein deutliches Abrutschen des Bund-Futures eher gering. Aufgrund der Wahlergebnisse in Frankreich und Griechenland sehen wir über die nächsten Wochen tendenziell weiterhin unsichere Aktienmärkte. Widerstände beim Rentenbarometer lassen sich nur noch ableiten. Die nächsten warten bei 143,43 und 143,76 Punkten. Unterstützungen befinden sich bei 143,09 sowie bei 139,45/38 Punkten.